
St. Pius
Patrozinium: 21. August
Die Kirche St. Pius ist nur unwesentlich älter als Hl. Kreuz, Feldafing, aber vom Stil her völlig anders, noch nicht geprägt vom Zweiten Vatikanischen Konzil.
Es handelt sich um eine dreischiffige Basilika, gegliedert in Mittel- und Seitenschiffe. Die Seitenaltäre sind der Muttergottes (mehr 1) und dem Hl. Josef (mehr 2) geweiht. Der Altarraum, über vier Stufen erhöht, schließt als Rotunde, markiert durch neun schlanke Säulen, an das Hauptschiff an. Im Altarraum befinden sich der Zelebrationsaltar, der Tabernakel (mehr 3) und die Kanzel (mehr 4)
Vor dem Altarraum hängt ein in den 1970er Jahren geschaffenes Kreuz. Der koordinierende Bildhauer wollte den Kreuzesstamm wie eine zehnte Säule im Rund des Altarraums erscheinen lassen.
Im Westen mündet das Hauptschiff in einer Empore, auf der die Orgel, aus der Orgelmanufactur Vleugels, Hardheim, untergebracht ist. Darüber ist eine blütenförmige Fensterrose in deren Zentrum sich eine runde Glasscheibe befindet, auf die das apokalyptische Lamm gemalt ist.
Über dem Chor erhebt sich der achteckige massive Glockenturm.

Tabernakel
Der Tabernakel steht in räumlichem Abstand hinter dem Altar. Auf einem schlichten Unterbau aus Marmor thront der Aufsatz aus Bronzeplatten. Diese sehen von hinten aus wie ein aufgeklapptes Buch, von der Vorderseite ist jeweils im rechten Winkel eine weitere Bronzeplatte dazugesetzt. So entsteht eine Art „Leporello“. Durch sieben Verstrebungen, die sieben Einbuchtungen an den Längsseiten der Bronzeplatten entsprechen, wird auf das apokalyptische Buch mit den Sieben Siegeln angespielt.

Blick nach hinten
Zunächst wurde 1958 in die neu gebaute Kirche St. Pius die Orgel aus der alten Kirche St. Ulrich übernommen und 1974 erweitert. Erst im Jahr 1995 installierte man die Orgel mit 35 Registern aus der Orgelmanufaktur Vleugels, Hardheim

Rosette
Rosette über der Orgel, in deren Mitte sich eine runde Glasscheibe befindet, auf die das apokalyptische Lamm gemalt ist.
Pöcking, St. Ulrich
Patrozinium: 4. Juli
Die gegenwärtige Kirche ruht auf den Fundamenten, aus Feldsteinen, der zwischen 1000 und 1300 errichteten ersten Ulrichskirche. Das Kirchengebäude, wie wir es heute sehen, besteht aus einem dreiachsigen Langhaus und einem eingezogenen Chor, der Turm ist an der Nahtstelle Chor-Langhaus angefügt. Die wichtigste liturgische Einrichtung sind der Choraltar (mehr1) sowie zwei Seitenaltäre des frühen 18. Jahrhunderts.
An der nördlichen Langhauswand findet der Besucher ein qualitätsvolles Kruzifix (mehr 2) und darunter eine Darstellung der Schmerzhaften Muttergottes (mehr 3)

Altarbild Muttergottes
Die Muttergottes sitzt auf einer Wolkenbank, hält das Jesuskind auf ihrem rechten Oberschenkel. Ihre Aufmerksamkeit richtet sich ganz auf ihrem Sohn, dieser wendet sich mit Armen, Händen und offenem Blick an die Gläubigen. Maria trägt einen blauen, mit grünen Randstreifen abgesetzten Mantel über einem roten Kleid; die Haare bedeckt ein dünner, weißer Schleier, darauf sitzt eine mit Lilien geschmückte Krone. Das Jesuskind trägt ein halblanges, hellblaues Hemd mit goldenen Borten an Halsausschnitt, Ärmeln und Saum.

Nördlicher Seitenalter
Das Altarbild zeigt Papst Sylvester, einen greisen Mann mit üppigem Kinnbart und einer ungewöhnlichen Kopfbedeckung, einer weißen Haube mit Gittermuster und einer goldenen Borte. Er steht sehr aufrecht auf einer Wolkenbank, in der rechten Hand hält er den Papststab und das Evangelienbuch, die linke Hand streckt er segnend aus.

Südlicher Seitenaltar
Das Altarbild zeigt den Heiligen Ulrich, einen Greis mit üppigem Kinnbart. Auf dem Kopf trägt er die Mitra, der Bischofsstab ist in die linke Armbeuge gelehnt, mit der rechten Hand hält er das aufgeschlagene Evangelienbuch fest, auf dem das Attribut des Heiligen liegt: der Fisch
Aschering, Hl. Sebastian
Patrozinium: 11.November
Die Kirche, die heute in Ascherings Mitte steht, ist wohl zwischen dem späteren 11. und dem frühen 13. Jahrhundert entstanden. Dafür sprechen beispielsweise die heute vermauerten romanischen Fensterformen an der Ostseite des Chores.
Weder baubefundliche, noch stilistische oder gar durch Quellen belegte Hinweise verweisen darauf, dass das heutige Kirchengebäude in späteren Jahrhunderten in seiner Bausubstanz grundsätzlich verändert worden wäre.

Hochaltar
Die Darstellung zeigt Jesus am Kreuz. Maria und Johannes stehen links und rechts davon in stiller Trauer, Maria Magdalena ist voller Verzweiflung am Fuß des Kreuzes zusammengesunken.

Nördlicher Seitenaltar
Der Diakon Stephanus ist etwas aus der Bildebene gedreht am vorderen Bildrand vor einer Landschaft dargestellt. Er hält seine Dalmatik vor dem Leib hoch und hat darin mehrere Steine – Zeichen seines Martyriums. In die Armbeuge hält Stephanus einen Palmzweig eingeklemmt.

Südlicher Seitenaltar
Sebastian ist in dieser Komposition entsprechend des häufig gemalten Topos an einen Baum gefesselt und bereits von Pfeilen getroffen. Die Marterszene findet auf einem erhöhten Platz statt, die felsige, karge Landschaft befindet sich auf einem deutlich tieferen Niveau. Es ist eine Bucht angedeutet und das Meer zu sehen. Der Heilige scheint das Martyrium spirituell bereits überwunden zu haben, denn sowohl die Haltung des kräftigen Körpers wie auch die Mimik lassen keinerlei Schmerz oder Qual erkennen. Dafür spricht auch, dass Sebastian bereits mit einem Nimbus ausgestattet ist.
Maising, St. Martin
Patrozinium: 11.November
Man nimmt an, dass es bereits im 11. Jahrhundert ein Gotteshaus gab, bei der letzten Renovierung (1978) entdeckte man hochmittelalterliche Fresken (Mitte 13.Jht). Nach diesen richtete man das Gesamtbild der Neueinrichtung aus.
Der Zelebrationsaltar (MEHR) und der Tabernakel wurden 1982 von Reinhold Gribl geschaffen. Die sechs Holzskulpturen (mehr 2) des frühen 16. Jahrhunderts, die zuvor zu beiden Seiten einer Marienstatue am Hochaltar an der Wand angebracht waren, erhielten nun ihren Platz an den beiden Wänden des Chorbogens, optisch hervorgehoben durch farbliche Fassung.
Die Figur des Kirchenpatrons, des Hl. Bartholomäus an der südlichen Langhauswand wurde im Zuge der Restaurierung im Grödner Tal (Vincenzo Demetz, Ortisei) erworben. (mehr 3)

Altarbild des Hl.Martin
Die Skulptur des Heiligen Martin ist im Ornat des Bischofs von Tours dargestellt. Frontal stehend, hält er in der linken Hand den Bischofsstab, die rechte Hand, vor der Brust, hält das Evangelienbuch, darauf sitzt eine Taube.

Kruzifix
Qualitätvolles Kruzifix von einem Bildschnitzer, der über sehr gute anatomische Kenntnisse verfügte und diese auch umzusetzen wusste. Der Oberkörper, der Leib und die Oberschenkel hängen in der Flucht des senkrechten Kreuzbalkens, der Kopf ist zur linken Schulter geneigt. Eine leichte Richtungsänderung nach links nehmen auch die Beine unterhalb der angewinkelten Knie ein. Das Lendentuch ist an der linken Hüfte verrutscht und die Kordel, mit der das Tuch festgebunden ist, liegt direkt auf der Haut auf. Das Tuch schwingt nach links in Höhe der Hüfte in einer voluminösen Drehung aus.

Skulptur Pieta
Das kleinformatige Andachtsbild ist schlicht und anrührend. Der Leichnam des Sohnes liegt quer über den Schoß der Mutter. Maria umfasst zärtlich Kopf und die linke Hand.
