
Traubing, Mariae Geburt
Aufgrund von Grabfunden der Hallstadt-und Bronzezeit kann man annehmen dass der Ort Traubing eine der ältesten Siedlungen der Region ist. Schon deutlich vor dem 1. Jahrtausend war die Bevölkerung dort christlich.
Auf einem Moränenhügel westlich des Dorfes in Richtung Machtlfing stand die Kreuzkapelle. 1686 wurde dort ein angeblich aus 1443 stammendes Kreuz (mehr 1) aufgestellt, zu dem es um das Jahr 1700 Mirakelberichte gibt: Das Bildwerk soll Blut geschwitzt haben, wodurch die Kapelle zu einem Wallfahrtsort wurde.
Während der Säkularisation wurde der Abbruch der Kapelle verfügt, der 1816 vollzogen wurde. Heute steht an dieser Stelle ein Flurkreuz.
Wann genau die jetzige Kirche erbaut wurde, lässt sich nicht eruieren. Man weiß, dass sie nach dem 30jährigen Krieg barock ausgestaltet wurde, dass sie ab 1750/51 eine Rokokoausstattung erhielt, am Gitter am Eingang findet sich die Jahreszahl 1759 (datum der Neuweihe).

Taufstein
Das Taufbecken wurde 1845 von Johann Dellinger (dem Vater des damaligen Pfarrers) geschaffen. Es handelt sich um ein halbrundes Sandsteinbecken, das aus dem späten Mittelalter stammen könnte und innen nachgearbeitet wurde. Auf dem Kupferdeckel zeigt sich dem Betrachter die Skulpturengruppe aus Christus und Johannes dem Täufer.

Sisi Treppe
Die Sakristei ist zweigeschossig und wird durch eine Wendeltreppe, die sogenannte Sisi-Treppe verbunden. Diese Wendeltreppe ist um 1900 vom Feldafinger Hotelbesitzer Zwickl an die Traubinger Pfarrkirche geschenkt worden (damals wurde das Hotel Strauch = Hotel Kaiserin Elisabeth umgebaut). Die Treppe befand sich zuvor in dem eigens für Kaiserin Elisabeth umgebauten Turm und war ihrer privaten Benützung vorbehalten. Das Geländer ist mit jugendstilhaften Elementen passend dazu für die Sakristei angefertigt worden.

Kanzel
Die Kanzel entstand um 1690, wurde 1706 neu gefasst. An der Vorderseite sieht man eine geschnitzte Figur von Christus als Gutem Hirten, seitlich an den Ecken je eine große Engelsfigur, die auf Christus zeigt. Auf der Spitze des Schalldeckels befindet sich einen Posaunenengelmit Brustpanzet und flatterndem Rock, der die Fanfare bläst.
Monatshausen
Patrozinium 11. November
Das Aussehen der heutigen Kirche geht auf die Zeit um 1700 zurück. Bemerkenswert ist die Sakristei, die noch mit der barocken Einrichtung des frühen 18. Jht. ausgestattet ist. Aus dieser Zeit sind drei Schränke aus Nadelholz erhalten, wobei sich am Paramentenschrank noch die originalen Beschläge und Schlösser befinden.
Im Inneren wurde die Kirche um 1946 restauriert und ausgemalt. (mehr 1)
Der Heilige Martin findet sich auch im Altarbild, dargestellt im Ornat des Bischofs von Tours, er hält in der linken Hand den Bischofsstab, in der rechten Hand vor der Brust das Evangelienbuch auf dem eine Taube sitzt.
Über dem Heiligen Martin sieht der Betrachter die Muttergottes (mehr 2)
Bei den weiteren Begleitfiguren des Choraltars handelt es sich um Hl. Petrus, Hl. Paulus, Hl. Sylvester und Hl. Ulrich.
Hervorzuheben ist das um 1740 entstandene Kruzifix an der Chorwand (mehr 3)
Im Chorbogen links findet sich die Figur des Hl. Josef als einfacher Handwerker, rechts des Hl. Sebastian (mehr 4)

Deckenmalerei
Das Deckengemälde, in Seccomalerei erstellt, zeigt den Hl. Sebastian auf einer Wolkenbank kniend und bei Christus für die an der Pest oder an anderer Mühsal leidenden Menschen unter ihm auf der Erde bittend. Bei der anspruchsvollen, einfallsreichen Komposition durchmisst eine Brücke die gesamte Bildbreite. Am linken und rechten Bildrand führt eine Treppe empor, links zu einer Strasse, auf der ein Pilgerzug dahinzieht, rechts zu einer palastartigen Architektur, in der ein Geistlicher einen Schwerkranken segnet. Auf der Brücke rechts lagert eine Gruppe Menschen, die sich um einen Schwerkranken scharen, unter der Brücke liegt ein Verstorbener im Morast. Der weiblichen Figur auf der Treppe rechts ist eine männliche links entgegengesetzt. Es handelt sich um ein Selbstbildnis Johann Baptist Baaders, der als einziger aller Dargestellten Blickkontakt zum Betrachter hält. (Signatur des Künstlers „Baader pinxit 1768“)

Hochaltar
Die Darstellung zeigt Jesus am Kreuz. Maria und Johannes stehen links und rechts davon in stiller Trauer, Maria Magdalena ist voller Verzweiflung am Fuß des Kreuzes zusammengesunken. Der Tabernakel ist ein tempelartiges Gehäuse mit einem dreieckigen Giebel, obenauf ein Kreuz, und einer mit aufwändig gestaltetem, geschnitztem Ornament verzierten Rundbogenöffnung vorne, die eine vergoldete Nische öffnet. Die Nische ist sehr fein bildhauerisch gestaltet mit einem eingravierten Gittermuster sowie Weinblättern, darüber zwei geschnitzte Blütenrosetten. Links steht die Skulptur des Heiligen Franz Xaver, er ist expressiv aufgefasst, was durch das sehr bewegt gestaltete Gewand und das mit Pathos zum Himmel gewendete Gesicht zum Ausdruck kommt. Die Darstellung ist nicht fein detailliert, was z.B. an den kantigen Falten des Gewandes oder an den groben Händen abzulesen ist. Der Heilige ist in einen spitzenbesetzten Chorrock gekleidet, darunter trägt er eine in blaugrüne Albe. Vor der Brust hält er in seinen Händen ein flammendes rotes Herz. Hinter dem Kopf ist ein Nimbus aus geschnitzten, vergoldeten Strahlen angebracht. Die Skulptur des Heiligen Nepomuk findet sich rechts, sie ist ebenfalls sehr expressiv aufgefasst, was auch hier in einem sehr bewegt gestalteten Gewand und einem pathetisch zu dem mit der linken Hand empor gehaltenen Kruzifix gewendeten Gesichtsausdruck zum Ausdruck gebracht wird. Der Heilige ist in einen spitzenbesetzten Chorrock gekleidet, darunter trägt er eine in blaugrüne Albe, die Füße stecken in roten Schuhen. Die rechte Hand hält ein Birett. Hinter dem Kopf ist ein Nimbus aus geschnitzten, vergoldeten Strahlen angebracht.

Heiliger Sebastian
Der Diakon Stephanus ist etwas aus der Bildebene gedreht am vorderen Bildrand vor einer Landschaft dargestellt. Er hält seine Dalmatik vor dem Leib hoch und hat darin mehrere Steine – Zeichen seines Martyriums. In die Armbeuge hält Stephanus einen Palmzweig eingeklemmt. Die Farbigkeit wirkt sehr harmonisch mit den differenzierten Blau-, Grau- und Grüntönen von Landschaft, Himmel und Gewand.
Wieling, St. Nikolaus
Patrozinium
6. Dezember
Die Kirche ruht auf mittelalterlichen, romanischen Fundamenten. An der Südwand des Chores wurde eine Bemalung aus gotischer Zeit freigelegt, die einen hohen Spitzbogen zeigt, der vermutlich ein Fenster oder ein Zugang war.
Die Kirche ist dem heiligen Nikolaus geweiht, der im Altarbild des Hochaltars, aus dem frühen 18. Jahrhundert, dargestellt ist.
Weitere Figuren sind links am Choraltar der Hl. Stephanus, und rechts der Hl. Antonius und im nördlichen Chorbogen Maria Himmelskönigin (um 1970/80), eine gestiftete Muttergottesstatue in barockisierendem Stil (vermutlich aus dem Grödnertal).

Tabernakel
Die Säulen und der Stipes (=kastenförmiger Unterbau des Altars) stammen vom Altar des frühen 18. Jhts. Der Tabernakel und das Tabernakelkreuz sind klassizistsich zwischen Säulen gearbeitet, die einen Rundbogen tragen. Auf die Tür ist das Relief eines Baumes geschnitzt. Das Kruzifix steht auf einem mehrstufigen geschnitzten Sockel. Der Korpus besteht aus Porzellan und zeigt Jesus als Verstorbenen, der Oberkörper ist sanft nach links geneigt, der Kopf ruht in der linken Schulterbeuge.

Altarbild
Der Heilige nimmt nahezu das Bildformat aus, er steht frontal auf einem von steinerner Brüstung begrenzten Balkon. Der Blick und die linke, segnende Hand wenden sich drei kleinen Mädchen zu, die links von ihm auf dem Boden sitzen. Die rechte Hand hält das Evangelienbuch, auf dem drei goldene Kugel liegen. Der Legende nach ist das die Mitgift, die er den Mädchen geschenkt hat um sie vor der Prostitution zu bewahren. Im Hintergrund blickt man auf Felsenküste und Meer, eventuell eine Erinnerung an die Überführung seiner Gebeine über das Mittelmeer nach Bari.
%20_JPG.jpg)
Lederfahne
Die Lederfahne muss von einem versierten Künstler gemalt worden sein. Sie zeigt auf der Vorderseite eine Darstellung der Traubinger Pfarrkirche Mariä Geburt, davor kniet der Hl. Donatus von Münstereifel, der als Patron gegen Unwetter, Blitzschlag, Hagel und Feuersbrunst verehrt wird. Er verehrt die Dreifaltigkeit, die sich am Himmel über dem Kirchturm zeigt. Auf der rechten Bildhälfte ist der Himmel von Gewitterwolken verdunkelt und es ist ein mächtiger Blitz zu sehen. Die Rückseite zeigt den Hl. Franz Xaver, der in Ostasien missionierte, am Ufer des aufgewühlten Meeres auf seinen Tod wartend. Aus dem Himmel kommen über eine Wolke tröstende Engel und ein heller Lichtstrahl.
