
Feldafing, Heilig Kreuz
Patrozinium
14. September, Fest der Kreuzerhöhung im Kontext zu dem seit 1891 in Feldafing aufgestellten Kalvarienberg

Kreuz

Figuren

Blick vom Altar
Hier bietet sich der Blick vom Bug des Schiffes zum Heck, wenn man die Idee des Architekten aufnimmt, der die Gestaltung einem Schiff nachempfinden wollte. Der Altarraum ist nur durch wenige, flache Stufen von den Gläubigen getrennt. Über dem Hauptportal erhebt sich die Empore mit der Orgel (Wilhelm Stöberl, München, 1977). Eine zweiflügelige Gittertür führt in die Kapelle unter dem Turm, konzipiert als Taufkapelle. Die südliche, weiß gekalkte Ziegelwand ist nur von zwei Türen und einer Reihe von zwölf bunten Glasfenstern unterbrochen. Die nördliche Wand besteht aus Glasfenstern, gehalten von rohen Betonelementen, was dem damals aktuellen Baustil des Brutalismus entspricht.
In der Mauernische links neben dem Haupteingang befinden sich neben dem Kruzifix weitere Figuren aus der Kirche Peter und Paul. So findet der Betrachter die Muttergottes auf der Mondsichel. Durch die kunstreiche Gestaltung des Gewandes, in dem die Körperlichkeit fast völlig verschwindet, entstehen spannungsvolle Räume um den Händen der Jungfrau und dem Jesuskind Rahmen und Ort zu geben. Daneben finden sich schlichte Darstellungen der Hl. Katharina mit ihren Attributen Rad und Schwert und der Hl. Barbara mit dem Kelch, sowie eine halbfigurige Darstellung des Apostels Petrus auf einem marmorierten Sockel aus Holz, der in seiner ausgebreiteten Hand die Schlüssel, mit der zum Körper geführten Hand das Buch hält.
Sehr qualitätvolles Kruzifix eines ausgewiesenen Meisters. Körperhaltung sehr elegant und dynamisch gestaltet: Hüfte aus der Kreuzachse gerückt, Oberkörper nach links verschoben, der Kopf ist sachte nach vorne gesenkt; die Oberschenkel folgen der Richtung, welche die Hüfte vorgegeben hat, die Unterschenkel weisen in die entgegengesetzte Richtung.Das Lendentuch ist an der rechten Hüfte eng anliegend, am der linken flattert das Tuch weit nach außen und füllt die damit durch die Biegung des Körpers entstandene „Leere“. Das Kruzifix ist mit hoher Wahrscheinlichkeit von dem Wolfratshauser Bildhauer Philipp Rämpl gearbeitet worden, der den Rokoko Hochaltar in St. Peter und Paul geschaffen hat.
Patrozinium, 29. Juni
Feldafing, St. Peter und Paul
Der Bau der Kirche fand zur Zeit des Zweiten Vatikanischen Konzils statt, so konnten die speziellen Anforderungen nach aktiverer Einbindung der Gläubigen berücksichtigt werden.
Die Gestaltung der Kirche ist einem Schiff nachempfunden, besonders hervorzuheben ist die meditativ wirkende Lichtsituation: die nördliche Wand besteht aus Glas mit rohen Betonstützen, an der Südseite sind zwölf farbige Glasmalereifenster (mehr) und im Altarraum ein buntes Rundfenster eingearbeitet. Die Wände sind nicht verputzt, sondern nur gekalkt. Das Satteldach des Giebels ist innen mit Zedernholz verkleidet. Neben dem Haupteingang ist rechts und links jeweils ein Beichtstuhl in die Mauer eingelassen. Der markante Turm, mit einem breiten, steilen Dach beherbergt die Taufkapelle, einen großen Raum mit unverputzten Klinkersteinen. Unter dem Altarraum befindet sich die Unterkirche, die als Werktagskirche geplant war.
Die Kirche, wie sie sich heute zeigt, ist ein spätgotischer Bau mit einem einschiffigen Langhaus mit Chor, überzogen von einem weiten Tonnengewölbe, das nach Osten ausgerichtet ist. Zwei Eingänge, im Norden und Süden liegen genau gegenüber, jeder unter einer Vorhalle. An der Wand der südlichen Vorhalle sind die Namen der Toten verzeichnet, die auf dem Friedhof, der um die Kirche herum angelegt war, beerdigt waren. Die Kirchenportale sind aufwändige Schreinerarbeiten aus Eichenholz mit Beschlägen, Scharnieren und Schlössern aus geschmiedetem Eisen im Stil der Neuromantik.
Im Chorbereich ist der Eingang zur Sakristei, an beiden Seiten ein Chorgestühl, sowie an der Südseite ein Beichtstuhl.
Drei kleine Rundbogenfenster auf jeder Längsseite und zwei kleine in der Westwand sowie hohe farbige Glasfenster im Chorbereich lassen die Kirche in gedämpftem Licht erscheinen.
Die besondere Atmosphäre der Kirche rührt nicht zuletzt von der farbigen, neuromanischen Wandmalerei (mehr) in satten, kräftigen Farben her, die 1898/99 von Franz Hofmann geschaffen wurde.
Unter der Empore, im rückwärtigen Teil des Gotteshauses, auf der die Orgel ihren Platz hat, befindet sich eine kleine Nische, die als Lourdesgrotte gestaltet ist. (mehr)
Außen an der Ostseite befindet sich das Fresko des in Feldafing lebenden Malers Julius Mössel (1871-1958), gemalt 1922 zur Erinnerung an die Gefallenen des 1. Weltkriegs. (mehr)

Lourdesgrotte
Der damalige Bürgermeister Joseph Aumiller (1829-1912) stiftetet zusammen mit Gustav Karl Eckart unter dem Eindruck seiner eigenen Lourdes-Wallfahrt die Grotte samt Madonna für die Pfarrgemeinde. (Sowohl die Grotte als auch die Skulptur wurden gestaltet vom Maler und Bildhauer Franz Hofmann).

Orgel
Die gegenwärtige Orgel erhielt Peter und Paul 1997

Fresko
Christus und Gottvater im Himmel senden den Lichtstrahl der Erlösung über die nach oben steigenden Gefallenen, begleitet von Waffen tragenden Engeln. In der Partie darunter bildet eine Weltkarte den Hintergrund, davor reitet der Tod auf einer klapprigen Mähre. Darunter die Inschrift: „Eh seiner Hand die Sense noch entglitt / Nahm er so viele unserer tapfren Söhne mit“.
